Mit dem Adlerauge Einkaufen gehen
Es ist ein Samstagmorgen, wie man ihn nur zu gut kennt. Die Großeinkäufe stehen auf dem Tagesprogramm und man hetzt emsig von einem Laden in den nächsten. An den wenigen Kassen, die besetzt sind, bilden sich meterlange Schlangen und ganz gleich bei welcher man sich anstellen wird, eine lange Wartezeit ist einem gewiss. Als dann endlich die Einkäufe des letzten Vordermanns über das Förderband gelaufen sind, packt man seine sieben Sachen ebendort hin und wartet auf die freundliche Stimme der Kassierin, die einem den zu zahlenden Betrag mit einem einladenden Lächeln verlautbart.
Das Portemonnaie wird gezückt und man kramt das nötige Kleingeld unter den vielen Münzen hervor, die sich im Laufe des Vormittags angesammelt haben. Höflich wie man ist, reicht man der Kassafrau die Geldstücke mit geöffneter Hand und bemerkt dabei, dass eines der 2-€-Stücke eine seltsame Form besitzt und die Aufschrift aus unentzifferbaren, hieroglyphenartigen Zeichen besteht. Man hat sich doch tatsächlich eine 10 Bath Münze andrehen lassen und zu allem Überfluss ist dieses thailändische Geld auch noch bedeutend weniger wert als der hingereichte 2er. Ist es mit der Moral vereinbar, diese Münze der Kassadame, die danach schon förmlich greift, darzureichen und dieses kleine Geheimnis somit lieber für sich zu behalten? Oder zieht man im letzten Moment noch die Hand zurück und tauscht den “falschen Fuffziger” um in die richtige Währung?
